
Eine Olivenöl-Verkostung ist eine besondere Möglichkeit, die Vielfalt extra nativer Olivenöle kennenzulernen. Ähnlich wie bei einer Weinverkostung können Sie unterschiedliche Aromen, Geschmacksrichtungen und Intensitäten entdecken und herausfinden, welche Olivenöle Ihnen besonders gut schmecken. Wir zeigen Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie Olivenöl verkosten und worauf Sie dabei achten können.
1. Olivenöl-Verkostung richtig vorbereiten
Die erste Empfehlung für eine Verkostung ist die Anwesenheit eines Experten. Nur gut ausgebildete Personen sind in der Lage, uns durch die Nuancen zu führen, die die spanischen extra nativen Olivenöle bieten. Das bedeutet jedoch nicht, dass wir uns nicht selbst an einer Verkostung versuchen können.
Professionelle Olivenölverkoster probieren das Öl in kleinen, bauchigen Gläsern, die blau oder rot gefärbt sind. Das Glas ist gefärbt, um zu verhindern, dass man die Farbe des Öls sieht, da diese wenig über den Geschmack aussagt, aber das Urteil unbewusst beeinflussen könnte. Natürlich können wir, wenn wir keinen Zugang zu solchen Gefäßen haben, Weingläser verwenden, in die wir eine kleine Menge Öl geben.
Wir warnen Sie, dass eine Verkostung eine sehr überraschende Erfahrung ist, bei der das Aroma genauso wichtig ist wie der Geschmack. Um die Aromen gut einzufangen, empfehlen wir, einen Deckel auf die mit Olivenöl gefüllten Gläser zu legen.
2. Olivenöl erwärmen und das Aroma wahrnehmen
Nehmen Sie ein abgedecktes Glas in die Hand und bewegen Sie es vorsichtig in kreisenden Bewegungen. Durch leichtes Anwärmen können sich die flüchtigen Aromen des Olivenöls besser entfalten.
Bei professionellen Verkostungen wird das Öl auf etwa 28 °C temperiert. Zu Hause reicht es aus, das Glas einige Zeit vorsichtig mit den Händen anzuwärmen.
Nehmen Sie anschließend die Abdeckung ab und riechen Sie langsam und bewusst am Öl.
Welche Aromen erkennen Sie? Je nach Olivensorte und Reifegrad können Sie beispielsweise Noten wahrnehmen, die an frisch geschnittenes Gras, Apfel, Banane, Mandel, Artischocke, Tomatenpflanze, Kräuter oder reife Früchte erinnern.
Diese aromatische Wahrnehmung wird bei Olivenöl als Fruchtigkeit bezeichnet. Sie kann eher grün oder reif und unterschiedlich intensiv ausgeprägt sein.
3. Olivenöl verkosten: Worauf kommt es beim Geschmack an?
Jetzt können Sie das Olivenöl verkosten. Nehmen Sie einen kleinen Schluck und verteilen Sie das Öl langsam im gesamten Mundraum.
Achten Sie dabei vor allem auf drei charakteristische Eigenschaften nativer Olivenöle:
- Fruchtigkeit: die Aromen und Geschmackseindrücke, die an frische oder reife Oliven und andere pflanzliche Noten erinnern
- Bitterkeit: vor allem auf der Zunge wahrnehmbar und bei vielen hochwertigen Olivenölen unterschiedlich stark ausgeprägt
- Schärfe: ein pfeffriges oder leicht kratzendes Gefühl, das häufig besonders im Rachen wahrgenommen wird
Bitterkeit und Schärfe sind dabei nicht automatisch etwas Negatives. Sie gehören neben der Fruchtigkeit zu den charakteristischen positiven Eigenschaften nativer Olivenöle.
Wie intensiv diese Merkmale ausfallen, hängt unter anderem von der Olivensorte und dem Reifegrad bei der Ernte ab. Öle aus früher geernteten Oliven können beispielsweise deutlich grüner, bitterer und pfeffriger schmecken, während reifere Früchte häufig mildere Geschmacksprofile hervorbringen.
4. Verschiedene Olivenöle miteinander vergleichen
Besonders interessant wird ein Olivenöl-Tasting, wenn Sie bewusst sehr unterschiedliche Sorten auswählen.
Ein klassisches Beispiel ist der Vergleich zwischen Arbequina und Picual. Extra natives Olivenöl aus Arbequina ist häufig eher mild, fruchtig und leicht süßlich und weist meist eine vergleichsweise geringe Bitterkeit und Schärfe auf. Picual besitzt dagegen häufig ein intensiveres, grüneres Geschmacksprofil mit deutlicherer Bitterkeit und pfeffriger Schärfe.
Notieren Sie während der Olivenöl-Verkostung, welche Aromen Sie wahrnehmen und welches Öl Ihnen besonders gut gefällt. Dabei gibt es kein „richtig“ oder „falsch“ – neben der Qualität spielt auch der persönliche Geschmack eine wichtige Rolle.
Wenn Sie mehrere Olivenöle hintereinander verkosten, können Sie zwischendurch etwas Wasser trinken und ein Stück Apfel essen, um den Gaumen zu neutralisieren. Bei professionellen sensorischen Prüfungen gehören Wasser und Apfelscheiben ebenfalls zur Ausstattung.
5. Olivenöl mit verschiedenen Speisen probieren
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, das Olivenöl anschließend zusammen mit Lebensmitteln zu probieren. So lässt sich besonders gut erkennen, wie unterschiedlich ein Öl den Geschmack eines Gerichts beeinflussen kann.
Probieren Sie beispielsweise dasselbe Brot, Gemüse oder eine andere neutrale Speise mit verschiedenen extra nativen Olivenölen. Ein mildes, fruchtiges Öl kann ganz andere Aromen hervorheben als ein kräftiges, grünes und pfeffriges Olivenöl.
Eine Olivenöl-Verkostung hilft damit nicht nur dabei, unterschiedliche spanische Olivenöle besser kennenzulernen. Wenn Sie regelmäßig Olivenöl verkosten, lernen Sie auch, Aromen bewusster wahrzunehmen und das passende Öl für verschiedene Gerichte und persönliche Vorlieben auszuwählen.
6. Nehmen Sie sich Zeit zum Nachdenken
Notieren Sie, was Sie beobachtet haben, und vergleichen Sie später die Eindrücke aller Olivenöle.
7. Den Geschmack neutralisieren
Wenn Sie in einer Sitzung mehr als ein extra natives Olivenöl verkosten, müssen Sie Ihren Gaumen zwischen den Verkostungen mit einem Stück Apfel oder neutralem Brot neutralisieren.
Die Verkostung kann sehr viel Spaß machen. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit, laden Sie Ihre Freunde ein und seien Sie offen dafür, sich von den Geschmacksrichtungen der Olivenöle überraschen zu lassen.








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