Wie bei fast allen Früchten gibt es auch bei Oliven verschiedene Sorten. Spanien ist bekannt für seine Vielfalt der kleinen Früchte – hier gibt es ungefähr 260 Olivensorten. Im Land hat sich sogar ein spezieller Olivenöltourismus entwickelt, wobei Geschmacksverköstigungen und Schönheitsbehandlungen im Programm sind.
Die Olivensorten unterscheiden sich sowohl in ihrer Farbe als auch in ihrer Größe und Form. Der wichtigste Aspekt ist jedoch der Geschmack. Von milden, süßlichen Aromen über einen fruchtigen Geschmack bis hin zu herben, bitteren Nuancen ist die Spanne breit. Der Geschmack der Olivensorte überträgt sich natürlich auch auf das aus ihnen gepresste Öl. Wer also ein Olivenöl kaufen möchte, das genau den eigenen Geschmack trifft, sollte sich zunächst ein wenig mit den verschiedenen Olivensorten auseinandersetzen.
Was unterscheidet die wichtigsten Olivensorten?
Die wichtigsten Olivensorten unterscheiden sich in erster Linie durch ihren Verwendungszweck, den Erntezeitpunkt und das Geschmacksprofil.
Bezüglich der Verwendung lassen sich zwei Zwecke unterscheiden: Tafeloliven und Öloliven.
- Tafeloliven: Damit sind Oliven gemeint, die sich ideal zum Essen anbieten. Sie zeichnen sich durch eine große Größe mit viel Fruchtfleisch aus. Ein Beispiel stellt die Sorte Chalkidiki dar, die aus Griechenland stammt.
- Öloliven: Gegenüber den großen, fleischigen Oliven gibt es kleinere Sorten, die ölhaltiger sind. Diese werden vorzugsweise für die Herstellung von Olivenöl verwendet. Beliebte spanische Sorten zur Ölgewinnung sind Arbequina, Picual oder Hojiblanca.
Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal bei Olivensorten hängt mit dem Erntezeitpunkt zusammen. Die Farbe der Oliven sagt nämlich nichts über die eigentliche Sorte aus, sondern über den Reifegrad. Grüne Oliven sind noch unreif. Dadurch sind sie wesentlich fester und haben ein intensiveres Aroma. Ein Vorteil der unreifen Oliven ist, dass diese über einen besonders hohen Anteil an Polyphenolen verfügen – ein wertvoller Inhaltsstoff, der mit zahlreichen gesundheitlichen Vorteilen einhergeht. Schwarze bzw. violette Oliven hingegen sind voll gereift. Sie sind weicher, saftiger und milder.
Letztlich unterscheiden sich die wichtigsten Olivensorten natürlich auch geschmacklich. Es gibt Oliven, die einen sehr milden Geschmack haben, der sich oft mit einem leicht süßlichen Aroma paart. Der Kontrast dazu sind intensive Olivensorten, die fast schon scharf sind. Die pfeffrige Note sorgt für ein angenehm brennendes Gefühl im Abgang. Daneben gibt es Oliven, deren Geschmack an frisch geschnittenes Gras erinnert, und auch Nuancen von Kräutern und Artischocken sind zu schmecken.
Milde vs. intensive Olivenöle: Geschmacksprofile erklärt
Olivenöle können sowohl einen milden als auch einen recht intensiven Geschmack haben. Dies sagt nicht etwa etwas über die Qualität des Produktes aus, sondern über die Olivensorten, die für die Herstellung verwendet wurden.
Im Groben können die folgenden Geschmacksprofile beschrieben werden:
- Buttrig: Es gibt Oliven, deren Geschmack als weich und rund bezeichnet werden kann. Dazu haben sie eine leicht süßliche bis fruchtige Note. Ein Beispiel für eine Olivensorte mit buttrigem Geschmacksprofil ist die Arbequina.
- Grasig: Olivensorten mit einem grasigen Geschmacksprofil enthalten Nuancen von Kräutern und erinnern an frisch geschnittenes Gras. Auch der Geschmack von Artischocke kann manchmal erkannt werden. Ein grasiges Aroma kommt vor allem bei grünen Oliven vor, die früh geerntet wurden.
- Pfeffrig: Letztlich gibt es das Geschmacksprofil, das sich durch ein kräftiges und intensives Aroma auszeichnet. Die Schärfe kann man oft im Hals beim Herunterschlucken spüren. Sie spricht dafür, dass das Öl viele Antioxidantien enthält. Eine typische pfeffrige Olive ist die spanische Picual-Olive.
Arbequina, Picual, Hojiblanca & Co. im Vergleich
Wie eingangs erwähnt, gibt es allein in Spanien rund 260 Olivensorten. Diese werden wir nicht alle im Einzelnen aufführen, sondern fokussieren uns auf die beliebtesten Früchte, die für die Zubereitung der verschiedenen Olivenöl-Arten verwendet werden.
- Arbequina: Diese Frucht gehört zu der bekanntesten Olivenölsorte in Spanien. Der Name rührt von dem in Lleida befindlichen Dorf Arbeca. Die Olivenbäume werden überwiegend in Katalonien angebaut. Die Früchte werden im vollreifen Zustand geerntet und zu einem sehr flüssigen Öl verarbeitet. Das Olivenöl verfügt über sehr wenige Bitterstoffe und zeichnet sich durch einen milden, fruchtigen Geschmack aus. Nuancen von Äpfeln, Bananen und Mandeln können herausgeschmeckt werden.
- Cornicabra: Diese Olivensorte zeichnet sich durch eine leicht gekrümmte Form aus, die an ein Ziegenhorn erinnert. Daher rührt auch der Name, der genau das bedeutet. Olivenöle aus Cornicabra verfügen über eine goldige Farbe und zeichnen sich durch ein intensives, leicht bitteres Aroma aus. Dazu können süßliche Aromen herausgeschmeckt werden.
- Picudo: Diese Oliven haben eine unten zugespitzte Form und verfügen über eine dunkelviolette bis schwarze Farbe. Das aus Picudo gewonnene Öl hat eine gelbliche bis hellgrüne Farbe und überzeugt durch ein intensives, fruchtiges Aroma.
- Hojiblanca: Diese vollständig grüne Frucht wird sowohl als Tafelolive als auch als Ölolive verwendet. Sie zeichnet sich durch ein grasiges Geschmacksprofil aus. Dazu ergänzen sich süße, leicht bittere und scharfe Aromen, was ein einzigartiges Geschmackserlebnis verspricht.
- Picual: Die Picualolive wird weltweit auf über 900.000 Hektar angebaut, womit diese Sorte die am häufigsten kultivierte ist. Das Öl hat eine leicht grünliche Farbe und ein vollmundiges, fruchtiges Aroma. Im Abgang ist zudem eine leichte Schärfe zu spüren.
Single-Varietät oder Blend – was ist besser?
Bei der Single-Varietät handelt es sich um ein Olivenöl, das ausschließlich aus einer Olivensorte gewonnen wurde. Es bietet sich an, zu einem solchen Produkt zu greifen, wenn Sie ganz bewusst auf der Suche nach bestimmten Aromen sind. Der Nachteil ist, dass diese Olivenöl-Arten oft teurer sind.
Ein Blend ist eine Mischung aus mehreren Olivensorten. Sie sind daher nicht so individuell, zeichnen sich aber allgemein durch einen ausgewogenen Geschmack aus. Sie sind daher vielseitig in der Küche einsetzbar.
Pauschal lässt sich also nicht sagen, ob Single-Varietät oder Blend besser ist. Dies hängt von den persönlichen Vorlieben ab.
Welche Olivenölsorte passt zu welchem Gericht?
Um das Meiste aus jedem Gericht herauszuholen, macht es Sinn, das jeweils passende Olivenöl zu wählen:
- Salatdressing: Fruchtige Aromen wie von der Picudo-Olive sind dafür ideal.
- Fleisch- und Fischgerichte: Die Hojiblanca eignet sich mit ihrem Kräutergeschmack ideal für Fisch- und Fleischgerichte.
- Gemüse- und Wildgerichte: Mit seinem fruchtigen Apfelaroma gibt die Cornicabra-Olive Gemüse- und Wildgerichten eine exzellente Note.
- Aioli und Mayonnaise: Olivenöl aus Arbequina-Oliven wird gerne für Aioli und Dips verwendet.









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