Wer sagt denn, Gemüsegärten seien nichts für die Stadt?

Auf dem Nachhauseweg, zwischen dem Parkhaus und dem Supermarkt, gleich hinter deinem Haus und sogar in der eigenen Wohnung: Überall in der Stadt können Gemüsegärten angelegt werden. Denn unsere Städte werden immer grüner, vor allem aufgrund des Trends zur gesunden Ernährung. Wir haben Ihnen bereits gezeigt, wie Lebensmittel nicht verschwendet werden, und jetzt möchten wir zeigen, wie Sie einen städtischen Gemüsegarten anlegen können.

Gärten in der Stadt

Auch wenn uns das jetzt neu erscheint, ist es eigentlich eine alte Praxis, die immer in Zeiten von Nahrungsmittelknappheit wieder aktuell wurde. Sie diente vor allem der Selbstversorgung, wie zum Beispiel die Schrebergarten-Kolonien, die nichts anderes als die Familiengemüsegärten der Arbeiterklasse waren. Diese Bewegung wurde in den 70er und 80er Jahren in den USA wieder populär und hat sich von dort aus langsam über die ganze Welt verbreitet. Die Bewegung ist so wichtig geworden, dass sie sogar die Aufmerksamkeit der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen geweckt hat. Gemäß dieser Organisation wächst die städtische Bevölkerung weltweit sehr schnell an. Deshalb ist es wichtig, die bestehenden Lebensmittelversorgungssysteme an die Bedürfnisse der Städte anzupassen. Es geht darum, einen neuen Umgang mit der Natur zu finden, mit und von ihr zu lernen.

In Deutschland gibt es dafür viele Vorzeigeprojekte, aber ein besonders Vielversprechendes finden wir am Rheinufer. Das Projekt heißt „Andernach, die essbare Stadt“. Die Stadt baut Früchte und Gemüse auf öffentlichen Flächen an, die von allen Bewohnern der Stadt geerntet und gegessen werden können.

Ihr Hausgarten 2

Solche Initiativen bieten viele Vorteile. Wir nehmen gesündere Lebensmittelzu uns, haben einen direkteren Zugang zur Natur und machen zudem  die Stadt zu einem grüneren Lebensraum. Die Welternährungsorganisation versichert, dass eine eigene Gartenparzelle 15-mal produktiver sein kann als ein landwirtschaftlicher Betrieb, da auf einem Quadratmeter bis zu 20 Kilogramm pro Jahr produziert werden können. Zudem dient dies der Arbeitsbeschaffung, denn pro 100 Quadratmeter kann je ein Arbeitsplatz geschaffen werden. Überraschend, nicht wahr?

Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass wir auch fremdländische Produkte -beispielsweise aus der mediterranen Küche - anpflanzen können, sofern die klimatischen Bedingungen es zulassen. Natürlich müssen wir im Umgang mit Düngern vorsichtig sein und auf Temperaturschwankungen achten, damit unser Garten gut gedeiht.

Schaffen Sie Ihren eigenen Gemüsegarten und erzählen Sie uns von Ihren Erfahrungen!

<< Früher Alle Weiter >>