Strategien zur Bekämpfung von Verticilium-Welke

Verticillium-Welke ist eine Krankheit, die zu einem großen Problem für spanische Olivenbäume geworden ist, insbesondere für neue Plantagen, die in unserem Land innerhalb der letzten 30 Jahre entstanden sind. Der Erreger, der die Krankheit auslöst, ist der Pilz Verticillium dahliae, der in befallenen Böden vorhanden ist. Beim Olivenbaum kann sich die Infektion auf zwei Arten äußern: Durch das plötzliche Absterben von Zweigen oder des gesamten Baums oder auf weniger akute Weise, durch das Austrocknen von Blüten und Blättern.

Die Suche nach Heilmitteln gegen diese Krankheit sowie Strategien, um die Auswirkungen auf unsere Olivenbäume auf ein Minimum zu reduzieren, steht für Interprofesional del Aceite de Oliva Español im Vordergrund. In der Tat hat die Organisation mehrere offene Nachforschungen in unserem Land durchgesetzt und selbst daran teilgenommen, in Hinblick auf einen multidisziplinären Ansatz im Kampf gegen diese Krankheit. Wir fassen die verschiedenen Aufgabenbereiche kurz zusammen:

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„Erhalt von Olivensorten, die gegen Verticillium-Welke resistent sind".

Einer der vielversprechendsten Forschungsbereiche entsteht derzeit an der Universität von Cordoba und versucht, neue Sorten zu entwickeln, die gegen Pilzbefall resistent sind und sich gleichzeitig neuen Anbausystemen anpassen können. Hunderte von Kreuzungen und mehr als 8.000 Genotypen wurden ausgewertet. Insgesamt wurden seit 2008 mehr als 20.000 Samen ausgesäht und mehr als 500 Genotypen auf Feldern gepflanzt. Die Pilzresistenz wird sowohl bei Keimlingen als auch bei der Kultivierung überprüft. Schließlich werden durch den Pilzbefall stark kontaminierte Böden ausgesucht, um die Tests durchzuführen.

Auf der Plantage werden die Resistenz, die Vitalität der Pflanzen, die Verbreitung und Produktion beurteilt. Nach Auswertung der einzelnen Sorten wird die Registrierung durchgeführt. Das Team um Professor Diego Barranco hofft, in 5 Jahren über kommerzielle Sorten zu verfügen.​

Dieser Forschungsbereich versucht herauszufinden, welche Faktoren die Resistenz bestimmter Olivensorten gegen den Pilzbefall beeinflussen, den die Verticillium-Welke herbeiführt. Aus diesem Grund arbeiten wir an verschiedenen Sorten um mehr über den Resistenzmechanismus zu erfahren, von der äußerst resistenten Frantoio bis hin zur Cornicabra, die sehr anfällig gegen Krankheitsbefall ist.

Gleichzeitig beurteilt die Gruppe, unter der Führung von Professor Antonio Trapero Casas an der Universität von Cordoba, die Auswirkungen, die eine Reihe von biologischen Produkten auf die Krankheit und Bodenkontamination hat. Es wird mit pflanzlichen Extrakten und Ölen oder Mitteln zur Stärkung der Abwehrkräfte gearbeitet, ebenso wie mit organischen Düngern wie Rückständen, Mist oder organischen Abfällen. Es wird auch mit Mikroorganismen, natürlichen Feinden des Pilzerregers, gearbeitet, der die Krankheit auslöst. Manche dieser Mikroorganismen wiesen eine Hemmung von 75% bis 100% auf.

 „Kontrolle von Verticillium dahliae im Bewässerungswasser und Auswirkungen der Bewässerungsweise auf Verticilium-Welke bei Oliven“.

Forscher der Universität von Cordoba beurteilen ebenfalls die Fähigkeit des Pilzerregers von Verticillium-Welke, sich über das Bewässerungswasser zu verbreiten. Es wurde festgestellt, dass der Pilz in der Lage ist, das gesamte System einer Bewässerungsgemeinschaft zu befallen, was eine schnelle Ausbreitung der Krankheit zur Folge hat. Die Gruppe unter der Leitung von Francisco Javier Lopez Escudero versucht, Bewässerungssysteme zu finden, welche die Pilzübertragung auf ein Minimum reduzieren. Es werden Tests mit angewandten Bewässerungen in sehr unterschiedlichen Zeitabständen durchgeführt, um deren Auswirkungen auf Pflanzen zu testen, die sich auf stark kontaminierten Böden befinden.

Diese Gruppe hat sich außerdem zum Ziel gesetzt, die Kontamination des Wassers zu verringern oder zu beseitigen, um die Ausbreitung zu verhindern. Es werden physikalische und chemische Verfahren bewertet, die häufig bei der Bewässerung von Oliven angewendet werden.

„Behandlung von Verticillium-Welke, die durch das Entlaubungsmittel Verticillium dahliae herbeigeführt wird, mittels der kombinierten Nutzung aus resistenten Ölbäumen und nützlichen Pilzen“.

Eine andere Gruppe von Forschern geht von der Annahme aus, dass sich das Potenzial einer schweren Erkrankung durch Verticilium-Welke in den ersten Lebensjahren des Olivenbaums verringern lässt. Unter dieser Prämisse, arbeiten die Wissenschaftler der Universität von Córdoba unter der Leitung von Rafael Manuel Jimenez Diaz mit Sorten, die gegen den Pilzbefall resistent sind, mit weniger anfälligen Sorten und biologischen Mitteln, die vor den Ursachen des Pilzbefalls schützen können. Es wird Pflanzenmaterial verwendet, dem biologische Mittel verabreicht wurden, um zu testen, wie diese mit dem Krankheitserreger interagieren.

„Entwurf und Anwendung von Biomarkern und Metagenomik zur Beschreibung des Gesundheitszustands der Pflanzen und Immunisierung der Böden von Olivenbäumen gegen Verticilium-Welke (Metagensus)“.

Das Instituto de Agricultura Sostenible del Consejo Superior de Investigaciones Científicas (IAS-CSIC) schlägt einen anderen Ansatz zur Lösung des Problems vor. Das Ziel dieser Forscher, unter der Leitung von Blanca B. Landa, ist, Biomarker zu entwickeln, die mit dem Gesundheitszustand der Olivenbäume nach den verschiedenen Arten des Pflanzenanbaus verknüpft sind. Insbesondere das Vorhandensein von Rhizobakterien und deren Aktivität auf befallenen Böden sowie Böden, die nicht mit dem Pilzerreger von Verticilium-Welke kontaminiert sind. Sie versuchen auch, mikrobielle Gemeinschaften und deren saisonale Entwicklung zu beschreiben, die Anhaltspunkte liefern könnten, warum manche Böden eine höhere Anfälligkeit gegenüber dem Pilz aufweisen als andere.